Brief

Von Johann Heinrich Wilhelm Tischbein (23. Dezember 1788)

Gestern erst habe er G.s Brief an J. H. Meyer gesehen und habe sofort nach dem von G. angekündigten Brief auf der Post geforscht, aber vergebens. T. bittet dringend, ihr die Meinung Herzog Ernsts II. von Sachsen-Gotha mitzuteilen, denn aus sein Brief an Reiffenstein (vgl. RA 1, Nr. 267), dessen Kopie G. erhalten habe, sei ohne Antwort geblieben. - Das Gemälde von D. da Volterra ("Grablegung") habe T. für 1000 Scudi M. A. A. Zucchi überlassen. - Seine Bildersammlung wolle T. für eine jährliche Pensionszahlung abgeben, denn bezahlen könne sie so leicht nicht jemand. Eine solche Sammlung italienischer Bilder von allen Schulen, zu der T. auch einen Tizian erworben habe, besitze in Deutschland nicht leicht ein Fürst. Anschauliche Schilderung eines Schlachtengemäldes von A. Palcone ("Sarazenen landen in Neapel"), dessen Bilder vom König Ludwig XVI. von Frankreich aufgekauft würden. T. warte auf G.s versprochenen Brief und biete seine Bildersammlung auch G. an, wenn er einen Fürst zum freund habe, der ein liebhaber sei. - Nachrichten über Sir W. Hamiltons nicht öffentliche Heirat mit E. Harte und über Vesuvausbrüche. Weihnachten verbringe T. bei Hof in Caserta.

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