Brief

An Elisabeth Jacobi (Mitte Dezember? 1773)

Die Violin wird ehstens ankommen, Mamachen, wie eine Comödiantinn, in der Probe, in flanellnem Wamms, mit Bändern bunt auf der Haube. Glauben Sie nur imer wenn's Ihnen ankommt mir einen Brief zu schreiben, dass es ein guter Geist ist, wenigstens mein guter Geist, und fühlen Sie wie willkommen mir Ihre Briefe sind, da ich so allein binn. Aber gewiss doch glücklicher als iemals, und auch mit herzlich lieben Geschöpfen umgeben. Vom Vätergen haben Sie nun ein Exemplar rouinirt. Ich schick Ihnen doch die folgenden Bogen. Ihre Buben sind mir lieb, denn es sind Ihre Buben, und der lezte ist mir immer der nächste. Ob sie an Crist glauben, oder Göz, oder Hamlet, das ist eins, nur an was lasst sie glauben. Wer an nichts glaubt, verzweifelt an sich selber. Hat iemand, meine Hanover Lotte gesehn. Es sieht sie niemand mit meinen Augen, doch haben andre Leute auch Augen pp —— Der Pot pourri im eigentlichen Verstand, ist ein gar unbedeutendes Möbel, er macht einer Stube eine Teintüre Wohlgeruch, wie manche Leute eine Teintüre von Geschmack haben. Aber der Pot – den man aus Sittbaarkeit pourri nennt, und ders auch eigentlicher heissen könnte, verdiente, weit eher dass derselbe emblematisch und Apophtegmatisch nuzbaar auch der Seele gemacht würde. Ich habe einige gute Gedancken dazu aber das ganze! – eine Epopee ist nicht auf Einen Tag gereimt. Den Bogen hab ich vom Violingen gelassen er sperrt nur, und den kriegen Sie überall.

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