Brief

An Sophie von La Roche (1. August 1775)

Gestern Abend l Mama haben wir gefiedelt und gedudelt bey der guten Max: Ich danke für Ihren Brief. auch für den ersten durch Falmern, ich hab ihn richtig erhalten. Ihre Briefe sind hier dankbar zurük. Es ist doch immer eine freundliche Zuflucht das weise Papier, im Augenblick der Noth ein wahrer theilnehmender Freund, der uns durch keine wiedrige Ecken des Charackters zurückstöst, wie mans wohl offt just in den Stunden erfährt, da man am wenigsten so berührt werden mögte. Daß Sie meine Stella so lieb haben ist mir unendlich werth, lassen Sie sich sie von Friz geben. Es ist nicht ein Stück für jedermann. Wie stehn Sie mit Lenz? Ich weiß kein wort von. er hat mir Ihre Briefe nicht sehn lassen, mir scheint als wen Sie mit dem Originalgen nicht gut zu rehte kämen. Er wälzt sein sein Tönngen mit viel Inigkeit und Treue. Adieu grüsen Sie Hrn v. Hohenfeld! einen Empfehl von Crespel der Sie herzlich liebt und Schäzt. Schreiben sie mir bald. d 1. Aug 1775 G.

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