Normalzeugnis Zeugnis

Dichtung und Wahrheit XVI (WA I 29, 17)

Nicht allein in Berlin hielt man den Nachdruck für etwas Zulässiges, ja Lustiges, sondern der ehrwürdige, wegen seiner Regententugenden gepriesene Markgraf von Baden, der zu so vielen Hoffnungen berechtigende Kaiser Joseph, begünstigten, jener seinen Macklot, dieser seinen Edlen von Trattner, und es war ausgesprochen, daß die Rechte, so wie das Eigenthum des Genies dem Handwerker und Fabrikanten unbedingt preisgegeben seien. Als wir uns einst hierüber bei einem besuchenden Badenser Böckmann? beklagten, erzählte er uns folgende Geschichte: Die Frau Markgräfin, als eine thätige Dame, habe auch eine Papier-Fabrik angelegt, die Waare sei aber so schlecht geworden, daß man sie nirgends habe unterbringen können. Darauf habe Buchhändler Macklot den Vorschlag gethan, die deutschen Dichter und Prosaisten auf dieses Papier abzudrucken, um dadurch seinen Werth in etwas zu erhöhen. Mit beiden Händen habe man dieses angenommen. Wir erklärten zwar diese böse Nachrede für ein Mährchen, ergötzten uns aber doch daran. Der Name Macklot ward zu gleicher Zeit für einen Schimpfnamen erklärt und bei schlechten Begebenheiten wiederholt gebraucht.

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