Normalzeugnis Zeugnis
Italienische Reise. 21. 10. 1786 (WA I 30, 173)
Nun bin ich hier in einem elenden Wirthshause, in Gesellschaft eines päpstlichen Officiers Graf Francesco Torquato Cesarei, der nach Perugia, seiner Vaterstadt, geht. Als ich mich zu ihm in den zweirädrigen Wagen setzte, machte ich ihm, um etwas zu reden, das Compliment, daß ich, als ein Deutscher, der gewohnt sei mit Soldaten umzugehen, sehr angenehm finde, nun mit einem päpstlichen Officier in Gesellschaft zu reisen. – „Nehmt mir nicht übel“, versetzte er darauf, „ihr könnt wohl eine Neigung zum Soldatenstande haben, denn ich höre, in Deutschland ist alles Militär; aber was mich betrifft, obgleich unser Dienst sehr läßlich ist, und ich in Bologna, wo ich in Garnison stehe, meiner Bequemlichkeit vollkommen pflegen kann, so wollte ich doch, daß ich diese Jacke los wäre und das Gütchen meines Vaters verwaltete. Ich bin aber der jüngere Sohn, und so muß ich mir’s gefallen lassen.“
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