Brief
Von Christoph Friedrich Karl Kölle (20. Dezember 1820)
K. bringt sich als Hausfreund des, nun verwaisten Körnerschen Hauses (Anspielung auf den Umzug der Familie C. G. Körner nach Berlin oder auf den Tod der Geschwister E. und T. Körner) und täglicher Besucher der Dresdner Bildersammlung in Erinnerung. - Im Auftrag des Grafen H. Mörner übersendet er dessen Kupferstichfolge "Il Carnevale di Roma" (Ruppert 2461). Sie sei so wie ein römischer Octobertag ursprünglich als Leiste in die Zimmer seines Landsmanns J. N. Byström gefertigt worden und Mörners erster Versuch im Radiren. K. sei überzeugt, daß die Schärfe der Auffaßung, und die Gutmüthigkeit der Darstellung höchst erquicklich in Vorgenuß und Erinnerung wirken werden (vgl. Anzeige von H. Meyer , in: "Über Kunst und Altertum" III 1); erwähnt: G. "Das Römische Carneval". - Scharfe Kritik des römischen Kunstlebens; vieles habe K. in öffentlichen Blättern (u. a. in der "Allgemeinen Zeitung" und im MBl) zu rügen versucht. Unter den Deutschen seien einige schöne Talente, aber, M. Wagner vielleicht ausgenommen, kein aus ganzem Holze geschnittenes Genie; erwähnt: der Maler F. Müller als noch lebender Vertreter der Kraft genie epoche. - Frage, ob G. wieder einmal Rom besuchen werde.
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