Brief

Von Thomas Johann Seebeck (29. Dezember 1814)

Übersendung seiner Abhandlung "Von den entoptischen Farbenfiguren" ("Journal für Chemie und Physik" 1814, Bd. 12). S. habe die erste Bedingung entdeckt, unter der die Gläser das Vermögen erhalten die früher beschriebenen Farbenfiguren zu erzeugen. Diese habe er entoptische genannt, weil sie im Innern der Gläser erscheinen, wie die epoptischen auf der Oberfläche. Erläuterung der beigelegten Scheiben. Über Hindernisse bei der Fortführung der Arbeit. - Anläßlich einer von der Berliner Akademie gestellten Preisfrage über die chemische Action des Lichtes wolle er seine Untersuchungen hierüber veröffentlichen. - Auskunft über die Schrift von N. W. Fischer ("Über die Wirkung des Lichts auf das Hornsilber") mit Hinweis auf eine Entdeckung H. F. Links und auf gemeinsame Untersuchungen der Franzosen J. E. Bérard und E. L. Malus über die chemische Action des Lichtes; erwähnt: J. B. Biot. Nach dem Tode von Malus, dem Verfasser der Kritik an G.s "Farbenlehre" in den Annales de Chimie (1811, Bd. 79, "Traité des couleurs; par M. Goethe"), habe Bérard diese Untersuchungen allein fortgesetzt. - Hinweis auf neuere Schriften gegen Newton: Von C. G. A. Bourgeois "Mémoire sur les couleurs de l'Iris" und "Mémoire sur les lois qui suivent dans leurs combinaisons entre elles les couleurs", von J. Gauthier d'Agoty ("Chroagénesie, ou génération des couleurs" und "De optice errores Isaaci Newtonis"), von J. P. Marat "Découvertes sur le feu, l'électricité et la lumière" und von H. P. Brougham (? "Experiments and Observations on the Inflection, Reflection and Coulors of Light" in: "Philosophical Transactions" 1796 und 1797). Des weiteren der Aufsatz von J. Reade "Experiments tending the prove" in W. Nicholsons und A. Tillochs "Philosophical Magazine and Journal" 1814, Bd. 43; ein Aufsatz von Hargreave (? T. Hargreaves) "Observations on Colours as applicable to the purposes of the Artist" (ebenda), der entweder G.s "Farbenlehre" oder Runge's Schrift (? "Farbenkugel") oder S.s Aufsatz in J. S. C. Schweiggers "Journal für Chemie und Physik" ("Von den Farben und dem Verhalten derselben gegeneinander", 1811, Bd. 1) gekannt haben könnte; ein englisches Werk von J. Sowerby ("A new elucidation of colours original prismatic and material"); eine kritische Rezension zur "Farbenlehre" in "The Quarterly Review" 1814, Nr. 20 (von T. Young) und eine Anzeige von S.s Abhandlung ebenda, Nr. 21. Weder in den englischen noch in den französischen Journalen werde der entoptischen Farbenfiguren gedacht; erwähnt: (? T.) Thomson. Über die gegnerische Haltung D. F. J. Aragos und eine kritische Rezension in der JALZ (von J. W. Döbereiner, in: EBl 1814, Nr. 70); erwähnt: F. K. M Vogel, E. J. B. Bouillon-Lagrange, das "Journal de physique" und R. L. Ruhland. Aber auch der Göttinger Mathematiker T. Mayer d. J. könne keine befriedigenden Aufschlüsse über S.s Resultate geben. Erläuterungen zum Inhalt von Mayers "De Polaritate luminis" mit Hinweis auf einen Auszug daraus in den "Göttingischen gelehrten Anzeigen" (1812, Nr. 199). Weiter über 5 Abhandlungen, die Biot dem Institut vorgelesen hat, und einen Artikel im Februarheft des "Journal de physique" 1813 über eine mathematische Theorie von den Farben der Glimmerblätter mit Zitat daraus. Dagegen behaupte W. Herschel in den "Philosophical Transactions" 1807, daß die fits oder accès des Newton'schen Lichts 'ohne allen Halt' seien; Teile dieser lesenswerten Abhandlung seien von L. W. Gilbert in den "Annalen der Physik" 1814 (Bd. 46) veröffentlicht worden. Erwähnt: G. Mazéas und E. F. Dutour. - Über Besucher bei S. im vergangenen Sommer und Herbst; erwähnt: J. G. Tralles, K. vom Stein zum Altenstein, F. J. Schelver, A. G. Werner sowie die (? J. K. von) Ebnerische Sammlung. - Den Rückweg aus der Schweiz habe S. über München genommen, wo ihm abermals einige Anträge gemacht worden seien. Im Jacobischen Haus und bei Schellings sei G. mit vieler Liebe gedacht worden. Über deren und S.s Hoffnung, G. in München und Nürnberg zu sehen; erwähnt: S.s Familie. - Anfrage, ob G. die optischen Versuche eines A. Comparetti kenne.

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