Brief
Von Friedrich Schiller (1. Mai 1798)
S. hofft für die kommende Jahreszeit auf die Gunst der Musen; er werde Endedieser Woche in seinen Garten ziehen. Bedauern, daß er wegen seines schlechten Gesundheitszustandes diesmal von Iflands Vorstellungen gar nichts habe profitieren können. Daß dieser nach G.s Schilderung in seinem Pygmalion einen so großen Triumph über meine Erwartung und Vorhersagung davon getragen habe, könne sich S. kaum vorstellen. - Anfrage, ob F. L. Schröder im Herbst nach Weimar komme. In diesem Falle wolle S. für ihn den "Wallenstein" vollenden. - Da Cotta in 10 Tagen nach Jena komme, schlage S. eine Zusammenkunft mit G. vor, um über das künftige Verlagsprojekt ("Propyläen") zu sprechen. - Frage zu einer Stelle im 8. Buch der "Odyssee", die auf ein verlorengegangenes Gedicht schließen lasse. Möchten Sie nur erst wieder in Ihrer homerischen Welt leben.
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