Brief
Von Christian Ernst Friedrich Weller (14. August 1818)
Frage, ob G. den Brief vom 3. August (RA 8, Nr. 433) mit den vier Exemplaren von J. Papadopulos' neugriechischer Übertragung von G.s "Iphigenie" (Ruppert 1853) erhalten habe. - Vorgestern seien die beiden Commißarien (für die Universität, K. Conta und K. von Hoff) in Jena eingetroffen. Beide hätten ihre größte Zufriedenheit mit der Bibliothek bezeigt; besonders Hoff sei für sie eingenommen; erwähnt: G. G. Güldenapfel. - Die systematische Aufstellung der Bibliotheksbestände nehme den erwünschtesten Fortgang. - Nach der großen Hitze sei es jetzt bedeutend kalt. - Vom Kirchgang der Erbgroßherzogin (am 9. August, anläßlich der Geburt des Prinzen Karl Alexander) werde G. aus Weimar hören. Zum Erwerb des (J. J. bzw. F. J.) Griesbachschen Gartens nebst Haus und des benachbarten Gartens von A. Slevogt durch Maria Pawlowna; erwähnt: A. von Ziegesar und ein von F. J. Griesbach als Kaufinteressent angegebener Kaufmann aus Leipzig (vgl. RA 8, Nr. 409). K. von Hopffgarten habe sich zur Gnade ausgebeten, künftigen Sommer mit den Prinzeßinnen einige Zeit in Ilmenau zu zubringen. - A. Mallinckrodt wolle seinen rheinischen Merkur an A. Bran abgeben. - H. W. E. von Keyserlingk, auch ein Staaten-Reformator, sei nach Heidelberg gegangen. - Die Studenten verhielten sich so ziemlich ruhig, aber H. von Gagern sei noch immer in Suiten verwickelt. W. werde auf irgend eine Weise dem Dinge ein Ende machen. - Weitere Nachrichten; erwähnt: F. Nicolovius, Ernst von Schiller, der in Weimar alles wohl gefunden habe, B. von Knebels Zahnweh, angekündigte Besuche der Prinzessinnen Maria und Augusta, K. und S. von Hoff sowie J. G. L. Kosegarten. Über den Fortgang der Arbeiten am Bibliotheksgebäude. C. W. Schweitzer habe A. Müllner als Prof. hier vorgeschlagen, weil er das sächsische Recht gut verstünde, was K. E. Schmid sehr aufgebracht und K. L. von Knebel zu Anmerkungen veranlaßt habe. Aus Breslau seien J. C. W. Augusti und J. K. F. Manso mit ihren Familien hier, ebenso J. G. Schneider, der Verfasser des griechischen Wörterbuchs. Kaiser Franz solle ganz bestimmt in Achen zum deutschen Kaiser ernannt werden. H. K. A. Eichstädt beklage sich, daß er keine Freunde hier habe; erwähnt: E. Lange. K. F. Bachmann erzähle, E. Reinhold aus Kiel wolle hier Philos. lesen. - F. A. Koethe komme nun ganz bestimmt als Superintendent nach Alstaedt. Als künftiger Generalsuperintendent in Weimar werde J. G. Marezoll genannt; erwähnt: dessen weibliches Personale. F. J. Schelver habe seinen Bedienten so toll magnetisirt, daß letzteter von der Polizei festgesetzt worden ist. J. F. C. Werneburg sei oft bei Knebels; erwähnt: Werneburgs Verehrung für L. Oken. August Schlegel heyrathet die Tochter von Paulus [...]. Der Prorektoratswechsel (von J. P. Gabler) zu J. H. Voigt sei ruhig verlaufen. H. Luden lasse an seinem neu gekauften Hause ungemein stark bauen.
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