Brief

An Moritz August von Thümmel (5. Juni 1782)

Hochwohlgebohrner Insonders Hochzuehrender H. Geheimderath Das Andencken der schönen, leider nur zu kurzen Tage, die ich bey Ihnen zu geniesen das Glück gehabt, erneuert sich bey mir auf das lebhaffteste, da ich die Feder ergreife Ew Hochwohlgeb wegen iener Akademischen Sache nochmals zu behelligen. Ihres gnädigsten Herrn Durch geruhten mir zu versichern, daß Hochstdieselben alles nach meinem Unterthänigsten Antrage, und nach dem Wunsche meines Herrn des Herzogs, würden verfügen lassen. Darunter war, ausser der Vokation des H. Döderlein zur zweyten Theologischen Stelle, auch die des H. Ausfeld zur dritten, und die gefällige Communikation mit den beyden übrigen Höfen. / Wie ich vernehme so fehlet Serenissimi Coburgensis gnädigstes Rescript an die Akademie wegen H. Ausfelds, auch siehet man in Gotha einer beyfälligen Communikation entgegen, um gleichfalls an die Akademie zu rescribiren. H. Döderlein hat sich erklärt er wolle die Vokation annehmen, und es wird also keine Zeit zu verliehren seyn. Mit der heutigen Post gehen hierüber Communikations Schreiben an die sämmtlichen Höfe ab und ich bitte Ew Hochwohlgeb noch ganz besonders um Beförderung und Berichtigung dieser Sache. Auch H. Blasche leidet unter dem Verzuge indem man hiesiger Seits vor der Berufung des H. Ausfelds sich ihm zu der Erfüllung keiner Bedingung verbunden hält. Mir selbst ist persönlich daran gelegen daß dieses Geschäffte berichtigt werde, weil es sonst scheinen könnte als hätte / ich mich in Betreibung desselben einiger Nachlässigkeit schuldig gemacht. Die nicht genug zu preisende Gnade und Bereitwilligkeit Ihres gnädigsten Herren, welche mir höchstdieselben bezeigt, lässt mich das beste hoffen, und das Zutrauen, das ich auf Ew Hochwohlge. Mitwürckung setze, wird gewiss vollkommen befriedigt werden. Darf ich bitten mich den höchsten Herrschafften zu Füssen zu legen, und meine Danckbarkeit für die vorzüglich erwiesne Gnade zu bezeugen. Der Frau Gemahlinn und H. Schwager empfehle ich mich auf das angelegentlichste. Mit angefügter Bitte mich gelegentlich mit den versprochnen Naturalien zu bedencken, versichre ich meine Vollkommenste Hochachtung und Danckbarkeit und unter zeichne mich mit den ergebensten Gesinnungen Ew Hochwohlgeb Weimar d. 5 Jun 82. gehorsamsten Diener Goethe / Die Erledigung des Ordinariats mit den verbundnen Stellen wird nächstens eine Communikation veranlassen, deren Beförderung ich zum Voraus bestens empfehle.

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