Brief
An Johann Christoph Adolf Gottsched (8. Juli 1819)
An Kriegsrath Gottsched.
Wohlgeborner,insonders hochgeehrter Herr!
Ihro Königlichen Hoheit, Ihres gnädigsten Herrn geäußertes Verlangen die Quartausgabe des Römischen
Denn wenn es, wie doch bey meinen mannigfaltigen literarischen Verbindungen höchst wahrscheinlich ist, mir auch nicht gelänge sogleich wieder ein anderes Exemplar aufzufinden, so würde ich dennoch sehr gern dieß geringe Opfer einem solchen Fürsten bringen, da es mir Gelegenheit giebt Höchstdemselben die Verehrung einer bewundernswürdigen Standhaftigkeit und Beharrlichkeit unter den bedenklichsten Umständen, devotest darzulegen. Möge ich höchster Gnade immerfort empfohlen seyn, wie sich jene frühere kleine Arbeit, nach so viel Jahren, einer ausgezeichneten Theilnahme und Erinnerung zu erfreuen hat.
Der ich Ew. Wohlgeboren für geneigte Vermittelung den verbindlichsten Dank abstatte und mich zu sonstigen freundlichen Diensten immer bereit erkläre.
Ew. Wohlgeborenergebenster DienerJ. W. v. Goethe.
Weimar den 8. July 1819.
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