Normalzeugnis Zeugnis
J. L. Geist, Tagebuch 18. 9. 1797 (GSA Goethe XXIX O)
Fuhren wir Goethe und Geist früh 6½ über die Rheinbrücke ... Wir fuhren meist zwischen Weinbergen hin und kamen durch das Dorf Uwiesen und zuletzt nach dem Schloß Laufen wo ganz nah unterhalb demselben der so wohl berühmte als bewundernswerthe Rheinfall zu sehen ist ...
Als wir diesen Vormittag meistens bey diesem großen und seltsamen Naturphänomen zugebracht hatten, begaben wir uns wieder retour nach Schafhausen ...
Auf eingeklebtem Zettel folgendes Gedicht:
Geschichtliches
(*) d. 18n Septbr. c. a.
Nachmittags fuhren wir ebenfalls wieder nach dem Rheinfall um ihn nicht allein von einer sondern auch von der andern Seite zu betrachten, wir konnten aber unsere Neugierde noch nicht genug befriedigen, sondern setzten uns noch in ein leichtes Fischerkahn und ließen uns (welche Kühnheit) auf dem einigermasen ruhigen Wasser Streifen der vermittelst der beyden Felsenmassen, welche in der Mitte des Strudels aufsteigen, ganz in die Tobenden Wellen hinein fahren, bey welchem Unternehmen wir aber mehrmals von einer guten Portion Wasser benetzt und angefeuchtet wurden.
Der Schiffer versicherte, wenn das Wasser nur um einen Zoll noch stärker wäre so hätte er, ohne sein und unser Leben zu riskiren diese Fahrt nicht unternehmen können.
Nachdem wir uns hier nun satt gesehen und unsere Ohren von dem unaufhörlichen Zischen und Brausen ganz taub geworden waren, begaben wir uns wieder nach Schafhausen zurück wo eben die Bürger mitten auf dem Markt exercirten und abfeuerten.
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