Brief

Von Sophie von Weyrauch (28. Juni 1818)

Erinnerung an die Begegnungen in Weimar vor zwölf Jahren zusammen mit A. K. von Meyendorff, die G. von Herzog Karl August vorgestellt worden sei, und in Karlsbad; Hinweis auf W.s damaligen Namen von Stackelberg; erwähnt: Gräfin F. von Schimmelmann, K. von Bühler, A. von Weyrauch und W.s zwei kleine Töchter (darunter: Anna). - W. schreibe ohne Wissen ihres Mannes, dem eine Anstellung in Dorpat verweigert werde und der seit langem wünsche, in G.s Nähe zu leben und zu arbeiten. Bitte um die Vermittlung einer Anstellung, die den Talenten ihres Mannes gerecht werde; erwähnt: G.s Umzug nach Jena, von dem W. gehört habe. Über die bescheidenen finanziellen Möglichkeiten der Familie. W. hoffe, in diesem Jahr wieder nach Deutschland in eine preiswerte Stadt zu reisen und dort ihre Töchter aufziehen zu können. - A. von Weyrauch sei ein Mann der Literatur, habe orientalische Sprachen studiert und spiele Cembalo; erwähnt: sein Lehrer M. Clementi. Da ihr Mann zu bescheiden sei, habe W. ohne sein Wissen einige seiner Gedichte ausgewählt und beigefügt. - G. werde vielleicht in diesem Jahr Pastor G. E. Lenz kennenlernen, der aus gesundheitlichen Gründen reise und in Dorpat eine Gesellschaft zur gemeinsamen Lektüre und Verehrung G.s gegründet habe. - K. K. Kraukling reise nach Berlin und versuchte einen Verleger für A. von Weyrauchs Gedichte zu finden, die dieser aus Bescheidenheit nur unter dem Pseudonym Heinrich von der Myrrhen erscheinen lassen wolle. - Bitte um G.s Antwort nach Dorpat.

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