Brief
Von Karl Friedrich Zelter (8. bis 11. Juni 1805)
Übersendung der erbetenen Motette ("Der Mensch lebt und bestehet"), die achtstimmig von wenigstens 32 guten Chorsängern besetzt werden müsse, sowie des Anfangs seines Requiems, das er zu Schillers Andenken am 21 Mai in der Singakademie in Anwesenheit Jacobis aufgeführt habe. Jacobi werde von Z. noch diesen Monath in Weimar berichten können (vgl. RA 5, Nr. 139). - W. Ehlers sei in Berlin zweimal mit Beyfall aufgetreten. - Über "Rameaus Neffen" (nach Diderot; Leipzig 1805); Ich habe niemals etwas gelesen, das mir die Augen so mit Zangen aufgerissen hätte, wie diese Schrift. - Schillers Tod habe in Berlin eine allgemeine und starke Sensation erregt. Am heutigen Abend seien "Die Räuber" mit Iffland als Franz, F. Mattausch als Karl Moor sowie L. Fleck als Amalie aufgeführt worden. Am 14. Juni stehe "Kabale und Liebe" auf dem Spielplan. Lassen Sie demnach uns auch etwas für diese Sache thun das sich dauernd an einen dauernden Gegenstand anschließt (G.s Schemata zu "Schillers Totenfeier", "Epilog zu Schillers Glocke" sowie Z.s Musik zur dramatischen Aufführung von Schillers "Glocke"; vgl. RA 5, Nr. 151). - Die Krankheit seiner Frau hindere Z. daran, G.s Einladung nach Lauchstädt zu folgen. - Bitte um neuen Spaniol.
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