Brief

Von Karl Friedrich Zelter (24. März bis 7. April 1818)

1818 März 24 Z.s Charfreitagsmusik (Aufführung der Passionskantate "Der Tod Jesu" von K. H. Graun und K. W. Ramler) habe eine beachtliche Einnahme erzielt; erwähnt: seine Gehülfen, die er gut habe honorieren können und seine zwey Kinder, die sich verheirathen wollen (Adelheid mit L. W. Rintel und Auguste mit K. Grundmann). - Freude über G.s Brief. Weitere Bemerkungen über Z.s Vertonung von G.s "Um Mitternacht" (WA I 3, 47; vgl. auch G. "Neue Liedersammlung von Karl Friedrich Zelter", in: "Über Kunst und Altertum" III 3); erwähnt: Phidias. - Sollte A. von Goethe Z. zu Gevatter bitten (bei Walter von Goethes Taufe am 21. April; vgl. RA 8, Nr. 208), werde er kommen. - Enttäuschung, daß G. zu Ostern nicht nach Berlin gekommen sei, denn ganz ehrlich gesprochen, wißt Ihr Herrn in der Ferne doch alle nichts von Berlin. Verteidigung Berlins gegen J. G. Fichte, F. A. Wolf, A. Hirt und andere, die bei aller Unlust geblieben seien. Es ist noch die Frage ob es Einen Ort in Deutschland giebt, wo Du so redliche Verehrer hast als bey uns? - Bemerkungen zum beiliegenden Stückchen: das Gedicht sei schon einmal von Z. komponiert und gedruckt erschienen; erwähnt: Xenophon und G. F. Händel. - Bitte, an den Hofmusikus J. C. Müller in Weimar anliegende Rechnung zu bezalen, das dafür Erworbene habe Z. schon in Händen (? E. Bodenschatz "Florilegium Portense"; vgl. RA 7, Nr. 1426); erwähnt: A. E. Müller. - Am Berliner Theater sei Die Ahnfrau von einem Herrn Grillparzer. (wie er sich nennt.) (mit der Bühnenmusik von G. A. Schneider) gegeben worden: Elend und Jammer vom Anfang bis ans Ende, doch nicht ohne Talent. Weiteres zum Inhalt und Vergleich mit Z. Werners "Der vierundzwanzigste Februar". - A. W. von Schlegel komme zur Berliner Universität, auch T. Seebeck werde erwartet, und J. G. Langermann gehe es nach langer Krankheit jetzt leidlich. - Anfrage, welche schöne Seele G. das Lied ohne Italienerey so lebendig vorgetragen habe (G.s "Um Mitternacht" durch Gräfin K. Egloffstein; vgl. G.s Tagebuchnotiz vom 11. März). G.s "Kennst du das Land ..." (Mignons Lied aus "Wilhelm Meisters Lehrjahre" III 1) habe Z. bereits zum sechsten Male in Musik gesetzt, die besten Stücke davon solle G. erhalten. - Empfehlung für den Überbringer des Briefs, den Sohn (Franz) von L. Nicolovius, der an die Universität nach Jena gehe und auch den oben erwähnten Auftrag an J. C. Müller übernehme. - Frage nach G.s Reiseplänen; Z. wolle zu Pfingsten zu seinem Sohn (Georg) nach Pommern. Ferner erwähnt: Z.s dort lebende Tochter (J. Huschka). 1818 April 7 Den einliegenden Brief von S. Boisserée habe ein junger Musikus aus Cöln (B. Klein) nach Weimar bringen sollen.

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