Tagebucheintrag

Tagebuch 1779, 26. Juli 1779

d. 26. lies mich versprochner Massen – von Mayen mahlen. Undbat Wielanden mir dabey seinen Oberon zu lesen er thats zur Hälfte. Es ist ein schäzbaar Werck für Kinder und Kenner, sowas macht ihm niemand nach. Es ist grose Kunst in dem Ganzenso weit ichs gehört habe und im einzelnen. Es sezt eine unsäglicheUbung voraus, und ist mit einem grosen Dichter Verstand,Wahrheit der Characktere, der Empfindungen, der Beschreibungen, der Folge der Dinge, und Lüge der Formen, Begebenheiten,Mährgen Frazzen, und Plattheiten zusammen gewoben, dass esan ihm nicht liegt wenn es nicht unterhält und vergnügt. Nurwehe dem Stück wenns einer ausser Laune und Lage, oder einerder für dies Wesen taub ist hört, so einer der fragt a quoi bon. Der Herzog kam Abends mit der Gräfin Werther von Erfurt. Diese lezten Tage des Monats wurden mir viele Wünsche undAhndungen erfüllt.

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