Brief
Von Christoph Martin Wieland (23. Dezember 1808)
G.s gestern zugeschickte Mitteilung (über die Kommission zur Verwaltung der Jenaer Schenkungen; vgl. RA 5, Nr. 1062) habe W. in Bestürzung und Verlegenheit versetzt, zumal er sich durch des Herzogs Vertrauen geehrt fühlen müsse. Das Gefühl, unmöglich leisten zu können, was von ihm erwartet werde, veranlasse ihn, diesen Auftrag abzulehnen. G. möge zwei Entscheidungsgründe berücksichtigen: 1. W. beschäftige sich seit beinahe 40 Jahren allein und ausschließlich mit Litterarischen Studien, alle Geschäfte seien ihm gänzlich fremd geworden. Auch fühle er sich in seinem 76. Lebensjahr zu einer Veränderung seiner Lebensweise absolut unvermögend. 2. Im Falle der Übernahme des Auftrages würde W. seine Übersetzung Ciceros "Sämtliche Briefe" (Ruppert 1371) nicht beenden können. - Bitte, den Hauptinhalt dieses Briefes an die Höchste Behörde gelangen zu lassen; Hoffnung auf des Herzogs Verständnis.
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