Brief
An Ludwig Julius Friedrich Höpfner (Mai)
Ich dancke Ihnen lieber Höpfner für die Gestellgen. Die Freude die ich an den Köpfen habe, wird jetzo ganz, da sie auf meinem Tische eben so stehn als auf ihrem Pult, da ich das erstemal hineintrat. Glauben Sie dass mir Ihre Güte und Liebe unvergess ist. Merk ist gestern hierdurch, es thut mir weh ihn so lang zu missen. Unsre H Erfurter hätten wohl zeit gehabt, und auf Ostern hätten Sie kommen sollen. es war eine wunderbaare zusammentreffung der Gestirne, ob Sie sich ganz behagt hätten weis ich nicht, wenigstens waren wir alle nicht wie wir sollten. So viel Planeten in einem Zeichen thun nicht gut, und kommt denn noch ein Gegenschein dazu, so weis kein Mensch vor böser Witterung wo er den Kopf hintuhn soll. Ihren Spinoza hat mir M. geben. Ich darf ihn doch ein wenig behalten? Ich will nur sehn wie weit ich dem Menschen in seinen Schachten und Erdgängen nachkomme. Sie wissen doch dass Herder noch in Darmstadt und an unsre Flachsland verheurathet ist. Leben Sie wohl und gedencken Sie meiner in liebe. am. 7 Apr. 1773.
Goethe.
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