Normalzeugnis Zeugnis

Caroline Schlegel an Novalis 15. 11. 1798 (Samuel 4, 503)

Wir haben die Propyläen noch nicht gesehn. Was brauchen wir auch diese Vorhöfe, da wir das Allerheiligste selber besitzen. Er Goethe lebt alleweil mitten unter uns. – Gestern habe ich mit ihm soupirt, heute werd ich mit ihm soupiren und nächstens gebe ich selbst eine Fête. Kommen Sie dann auch. – Ich freue mich sehr auf die Propyläen, das ist auch ein Genuß. Er hat kein Exemplar mitgebracht; denen die hier etwa sind, mögen wir nicht nachjagen. Er will eins von Weimar kommen lassen. Die Vorrede scheint voll väterlichster Milde ... Wenn Sie die Allgemeine Zeitung lesen, so haben Sie auch den ächten Bericht von Wallensteins Lager gelesen. Der darin enthaltene Brief ist gewiß von der Hand des Meisters. Soviel thut er für seinen Freund, der sich auch im Vorspiel und Prolog als sein Jünger – Göthesker wie jemals, zeigt.

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