Brief
An Georg Forster (12. Oktober 1791)
Ich habe in diesen letzten Tagen so mancherlei Arbeiten vorgenommen daß ich zuletzt fast davon in Verwirrung gerathen bin. Ich erinnere mich daher nicht einmal ob ich Ihnen für die englische Sakontala gedankt habe die ich vor einiger Zeit erhielt. Wer sie angesehen hat, behauptet, daß der deutsche Styl beßer sey als der englische, und ich bin völlig derselben Meinung. Doch muß man zugleich gestehen, daß Sie sich immer genau an den Sinn des Stücks gehalten haben.
Ich schicke hierbei das Erste Stück meiner Beiträge zur Optik, und empfehle es Ihrer Aufmerksamkeit. Ich hoffe in dem folgenden Stücke noch interessanter zu werden; wenigstens sind mir Versuche geglückt die jedermann in Verwunderung setzen dem ich sie vorzeige. Ich hoffe die Lehre dieser farbichten Erscheinung aus dem engen Kreise zu be/freien in welchen sie Newton durch die Zauberformel der diversen Refrangibilität auf 100 Jahre gebannt hatte. So viel ich noch jetzt urtheilen kann, sohatte sein Vorgänger Grimaldi einen weit höheren Standpunkt erreicht und war überhaupt ein weit besserer Beobachter, als er. Ich werde suchen auf Ostern wieder ein paar Stücke und vielleicht wieder so viel Tafeln als mit dem Ersten ausgegeben werden, zu liefern. So bald ich die spitzwincklichen Prismen erhalte die ich bestellt habe, so überschicke ich eins.
Der Groß-Kophta wird auch ehestens seine Aufwartung machen.
Leben Sie recht wohl und empfehlen mich den Ihrigen.
Weimar den 12 Okt. 1791.
Goethe
Bezüge im Wissensnetz
Beinhaltet (1)
GZP-Knowledge-GraphHat Sprache (1)
GZP-Knowledge-Graph- Deutsch
Wurde abgesendet von (1)
GZP-Knowledge-GraphHat Beilage (1)
GZP-Knowledge-GraphWurde gesendet an (1)
GZP-Knowledge-GraphWurde abgesendet aus (1)
GZP-Knowledge-GraphWird angeführt von (1)
GZP-Knowledge-GraphHat Zeitspanne (1)
GZP-Knowledge-GraphKategorie (1)
GZP-Knowledge-Graph- Brief und Korrespondenz