Brief
Von Josef Dobrovský (14. Januar 1824)
Dank für die umfangreiche Beschreibung der Jenaer Handschrift ("Jenaer Hussitenkodex"). D. sende dafür eine andere Darstellung, die in (seiner) "Geschichte der böhmischen Sprache und ältern Literatur", S. 235-237, stehe und den Nahmen des Verfassers Bohuslaus de Czechtic nenne. Näheres zu den Zeichnungen, die das vaterländische Museum zu besitzen wünsche; dabei erwähnt: J. Zižka, J. Hus und die Figuren zu den Antithesen, die L. Cranach d. Ä. als Vorbild für seine Illustrationen in "Antithesis figurata vitae Christi et Antichristi" bzw. "Passional Christi und Antichristi" (von Luther, Melanchthon und J. Schwertfeger) gedient hätten, wie J. Heller in "Lucas Cranachs Leben und Werke", S. 369, anführe. Alle Zweifel würden beseitigt, wenn man eine Figur aus der Handschrift, und eine aus den gedruckten Antithesen neben einander stelle. A. von Bartsch scheine die Holzstiche nicht für Cranachs Arbeit zu halten, da er sie nicht erwähne (in: "Le Peintre Graveur", Bd. 7). - Hoffnung auf weitere Besuche G.s in den böhmischen Bädern und vielleicht auch in Prag.
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