Brief
Von Friedrich Schiller (1. März 1799)
Das theatralische Wesen, der mehrere Umgang mit der Welt und das längere Zusammensein mit G. haben S.s Zustand um vieles verändert. Wenn erst der "Wallenstein" abgeschlossen sei, werde er sich als einen ganz neuen Menschen fühlen. - Nach C. G. Körners beigefügtem Brief (an S. vom 20. Februar) scheine W. von Humboldts Buch "Über Goethes Hermann und Dorothea" (Ruppert 1937) kein Glück bei ihm gemacht zu haben. Vorschlag, einen paßenden Auszug daraus irgendwo zu publizieren, damit das Gute [...] seiner Ideen in Cours gesetzt werde. Wie gut ist es übrigens, daß Sie bei den Propyläen nicht auf Humboldt gerechnet haben [...]. Durch den Brief C. von Schimmelmanns (an C. Schiller vom 16. Februar) habe S. erfahren, daß "Wallensteins Lager" in Kopenhagen vorgelesen worden sei. S. verdächtigt Böttiger, das Manuskript veruntreut zu haben (vgl. RA 3, Nr. 130), und bittet um Vorsicht bezüglich der "Piccolomini". S.s Frau habe der Loderischen Comödie (Liebhaberaufführung aus Anlaß des Geburtstages von Loder) beigewohnt.
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