Brief

Von Charlotte Sophie Henriette Kestner (15. Oktober 1803)

In der Erinnerung an die Freundschaft ihrer Jugendtage und in der Hoffnung, daß sich G.s Herz u Charakter nicht geändert haben, wende sich K. mit einem Anliegen an G. Lobende Schilderung ihres Sohnes Theodor, der auch G. nicht gleichgültig gewesen zu sein scheint. Er studiert u reißt schon beynah 7 Jahre. Zur Zeit sei er in Paris und wollte auf Kosten des Königs (Georg III. von England) nach Edinburgh reisen, was aber der Zeitumstände wegen nicht möglich sei. Da er sich nunmehr als Arzt in Frankfurt am Main niederlassen wolle, bitte sie G. um eine Empfehlung, etwa an W. K. L. Moors. - Über ihren Besuch bei G.s Mutter, deren Kräfte an Geist u Cörper sie bewundert. Erwähnung ihrer anderen Kinder, insbesondere des achtjährigen Friedrich.

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