Normalzeugnis Zeugnis

Merck an Lavater 9. 1. 1778 (SchrGG 16, 352)

Ich habe mich ... im Monat September auf meinen Fuchs gesezt, u. bin nach Eisenach zu dem herrlichen Menschen wallfahrten gegangen, allwo ich denn auf der Wartburg an 14 Tage ... in Wohlleben mit ihm verbracht habe. Seine Situation ist die beste, die er sich nur wünschen kan. Er lebt völlig nach seinem Kopfe in dem Hause des Herzogs, als wenns in dem Meinigen wäre, hat nicht das geringste ... von seiner ehmaligen poetischen Individualität abgelegt, dagegen aber an Hunger und Durst nach Menschenkentniß, u. Welthändeln, u. der daraus folgenden Weisheit u. Klugheit wie ein Mann zugenommen ... Goethe liebt ihn den Herzog wie keinen von Uns, weil vielleicht keiner ihn so nöthig hat, als dieser, u. so wird ihr Verhältnis ewig dauren, – denn Goethe kan ihn nicht verlassen, oder er müßte nicht mehr Der seyn der Er ist, u. der Herzog wird je so wenig mit ihm brechen, als Einer von denen die Goethes Freunde sind.

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