Brief

Von Christian Konrad Wilhelm von Dohm (23. Mai 1815)

D. dankt für G.s Beifall zum 1. Band seiner "Denkwürdigkeiten meiner Zeit" und übersendet den 2. Band (Ruppert 3317). Das 2. Exemplar bitte er nebst dem im vorigen Jahre übersandten ersten Bande dem Großherzog zu überreichen und dabei seinen Wunsch nach Mittheilungen aus der reichen Sammlung dieses Fürsten vorzutragen. Daß manche Verhältnisse und Beziehungen der frühern Zeit [...] noch jetzt besser verschwiegen bleiben, erkenne D. vollkommen. Er halte es aber für gut, wenn der Geschichtschreiber so vollkommen, wie möglich, unterrichtet sei, und er glaube, derselbe müsse immer etwas mehr wissen, als er dem Publikum mitteile. - D. berichtet von Unterhandlungen zwischen dem Herzog von Pfalz-Zweibrücken, dem Markgrafen von Baden, Fürst Leopold III. von Anhalt-Dessau und dem nunmehrigen Großherzog Karl August mit dem damaligen preußischen Thronfolger (dem künftigen König Friedrich Wilhelm II.) über die Gründung eines Fürstenbundes, wie sie ihm vom Grafen E. Hertzberg geschildert worden seien; erwähnt: König Friedrich II von Preußen. Da ein bestimmer, gut unterrichteter Mann eine abweichende Meinung vertrete, bitte er G., falls Karl August noch nicht nach Weimar zurückkehre, um Mitteilung des Sachverhalts. D. benötige sie für den 3. Band der "Denkwürdigkeiten".

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