Normalzeugnis Zeugnis
E. Genast, Aus dem Tagebuche eines alten Schauspielers (nach A. Genast) (Genast 1, 91)
Nach „Don Carlos“ brachte Goethe beide Theile „Heinrichs des Vierten“ zur Aufführung, und zwar wurde der erste am 14., der zweite am 21. April gegeben. Obgleich der Uebersetzer auf dem Zettel nicht angeführt war, so wußten doch alle Schauspieler, daß Goethe selbst nach Eschenburg die Einrichtung des Stücks gemacht hatte. Die erste Leseprobe davon war höchst amüsant. Der Schauspieler Krüger, welcher den Falstaff spielte, konnte nach Goethe’s Intention den Ton nicht treffen, der zu diesem Charakter gehört, und so las Goethe selbst einige Scenen mit so sprudelndem Humor und so überaus treffender Charakteristik vor, daß wir alle vor Lachen kaum zu lesen im Stande waren. Krüger, ein höchst talentvoller Schauspieler, folgte Goethe’s Anleitung in Ton und Geberde, ohne ihn sklavisch nachzuahmen, und wurde ein trefflicher Falstaff.
Bezüge im Wissensnetz
Teil von (2)
GZP-Knowledge-GraphHat Sprache (1)
GZP-Knowledge-Graph- Deutsch