Werk
Substanzbegriff und Funktionsbegriff
Inhalt: C. exemplifiziert seine These in der Analyse der mathematischen und der naturwissenschaftlichen Begriffsbildung und entwickelt auf dieser Grundlage in einer allgemeinen erkenntnistheoretischen Reflexion auf das rein relationale Verhältnis von ›Denken und Sein‹, von ›Subjekt und Objekt‹ seinen kritisch reflektierten Begriff von Wirklichkeit im Sinne empirischer Gegenständlichkeit. In der damals aktuellen physikalischen Diskussion sehr gut bewandert, hielt Cassirer am Prinzip der kritischen Methode Kants auch nach Neubeurteilung des Raum-Zeit-Verhältnisses durch die Relativitätstheorie fest (1921) und nahm mit ähnlichen Positionen auch zum mathematischen Intuitionismus (Luitzen Egbertus Jan Brouwer) und zu den Paradoxien der Mengenlehre (Bertrand Russell) Stellung.
Zeit- und Sachbezug: Bezüge zu Aristoteles, Kant und Einstein (spezielle Relativitätstheorie). These des Werks: alle Begriffsbildung ist an eine bestimmte Form der Reihenbildung gebunden.
Überlieferung: Einfluss auf Talcott Parsons und Niklas Luhmann. Wichtiges Grundlagenwerk der Erkenntnistehorie.