Werk
Louis Ferdinand Prinz von Preußen
Inhalt: Das Stück spielt im Oktober 1806 und folgt im Wesentlichen den historischen Ereignissen. Im Mittelpunkt steht der vielseitig begabte, tapfere, aber auch unstete und exzentrische preußische Prinz; sein Gegenspieler ist der unentschlossene Preußenkönig Friedrich Wilhelm III., der um jeden Preis den Frieden mit Napoleon wahren will. Der Gedanke an die verehrte Königin Luise erfüllt den Prinzen mit Begeisterung für den Heldentod. Er fällt bei dem vergeblichen Versuch, den Siegeszug der französischen Armee aufzuhalten. Damit ist auch die Niederlage Preußens in diesem Krieg besiegelt.
Die Frage nach dem Menschen zwischen Pflicht und Eigenwillen, Gesetz und Freiheitsdrang ist wie in den "Offizieren" (1911) auch in "Louis Ferdinand" gestellt; wird nun aber in einem subtilen "Kammerspiel" ausgetragen.
Überlieferung: Entstanden 1913; Erstausgabe Berlin 1913; Uraufführung 22.03.1921 Darmstadt, Hessisches Landestheater
Zeit- und Sachbezug: Louis Ferdinand wurde von den Zeitgenossen als Preußen- und Offiziersdrama in der Nachfolge Kleists (Prinz Friedrich von Homburg) angesehen. Doch handelt es sich eher um die persönliche Tragödie des Prinzen.