Werk
Metamorphoses 4,55-166
Zeit- und Sachbezug: Die Sage von Pyramus und Thisbe war in der Antike weit bekannt und ist in den erhaltenen Werken mehrfach erwähnt. Die früheste und ausführlichste Schilderung findet man in Ovids Epos über Verwandlungssagen. – Inhalt: Pyramus und Thisbe sind ein babylonisches Liebespaar, welches sich aufgrund der Feindschaft ihrer Eltern nicht sehen darf. Die einzige Möglichkeit, miteinander zu kommunizieren, stellt ein Spalt in einer Wand dar, die die Mitte der Häuser bildet, in denen auf der einen Seite Pyramus mit seinen Eltern und auf der anderen Seite Thisbe mit ihren Eltern leben. Pyramos tötet sich, weil er annimmt, eine Löwin hätte sie zerrissen. daraufhin begeht auch Thisbe Selbstmord. Ovids Darstellung gipfelt, wie es der Absicht dieses Werks entspricht, in einer Verwandlung: Die Früchte des Maulbeerbaums sind seitdem nicht mehr weiß, sondern blutrot. – Überlieferung: Ovids Version inspirierte viele Dichter und Künstler, welche die tragische Liebesgeschichte unterschiedlich darstellten: Shakespeares Romeo und Julia und Boccaccios Decamerone gehen auf Ovids Vorlage zurück. Gemälde dazu etwa von Lucas Cranach d.Ä., Stefano della Bella, Max Klinger, Hans Baldung.
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