Werk
Die teutschen Volksbücher
Überlieferung: Erschien in einer politischen Umbruchszeit, in der sich neue Formen kultureller Identität und Forderungen nach nationaler Selbstbestimmung formulierten. Das in der Volksbuchschrift dargelegte Volksgeistkonzept und die Annahme verschiedener „Nationalcharaktere“ ist einer von vielen Bausteinen, auf denen sich der deutsche Nationalismus im 19. und auch im 20. Jahrhundert gründete.
Zeit- und Sachbezug: Sammlung mittelalterlicher Dichtung, Sagen, Legenden und Mythen - Volksliteratur als ursprünglichste Literatur. Bildet das Pendant zum "Knaben Wunderhorn" in Prosa, allerdings als Übersicht und nicht als Edition. Als Quellen dienten neben den Werken von Tieck und Novalis die "Annalen der älteren deutschen Literatur" sowie das "Kompendium der deutschen Literaturgeschichte von den ältesten Zeiten bis auf Lessing".
Inhalt: Parallelen zu orientalischen, antiken, romanischen und skandinavischen Stoffen. Zudem werden mehr als 40 Volksbuchstoffe (u. a. "Fortunantus", "Heymonskinder", "Die schöne Magelone", "Melusine", "Genoveva") kommentiert.