Werk
Der goldene Spiegel
Zeit- und Sachbezug: In der Tradition des philosophisch-didaktischen Staatsromans geschriebene Roman stellt in pädagogischer Absicht das Verhältnis eines idealen Fürsten zu seinem Staat in Rechten und Pflichten dar, wie es etwa François de Fénelon in Les aventures de Télémaque (1694) oder Jean-François Marmontel in Bélisaire (1767) und in Deutschland Albrecht von Haller in Usong (1771) getan hatten.
Überlieferung: Erstausgabe 1772 (erste Fassung); 1794 für die Ausgabe letzter Hand überarbeitet und mit einem neuen Schluss versehen.
Das Werk steht in der Tradition des philosophisch-didaktischen Staatsromans, der sich, von Xenophons "Kyrupädie" ausgehend, seit der Renaissance von dem eigentlich utopischen, technisch-wissenschaftlichen "Zukunftsroman" trennte und die für das 17. und 18. Jh. bezeichnende Mischform des Fürstenspiegels hervorbrachte.
Inhalt: Geschichte des indischen Königshauses Scheschian, die in einer kunstvollen, der Erzählsituation der Märchen aus Tausendundeine Nacht nachgebildeten Rahmenhandlung dem Sultan Schach-Gebal von seiner Mätresse Nurmahal und seinem Hofphilosophen Danischmend vorgetragen wird, um ihn nach den Staatsgeschäften zu entspannen.
Bezüge im Wissensnetz
Literatur und Nachweise (10)
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