Werk

Sophiens Reise von Memel nach Sachsen

Epoche: Empfindsamkeit

Inhalt: "Sophiens Reise" erzählt in episodischer Form die Geschichten mehrerer Personen, im Mittelpunkt steht die Adlige Sophie, die sich zwischen zwei Männern entscheiden muss und beide ob ihrer Unentschiedenheit verliert. Enthält vielstimmige Diskussionen über das richtige bürgerliche Verhalten in gesellschaftlicher, moralischer und religiöser Hinsicht. Die in der Briefform enthaltene Mehrdeutigkeit trug zum Erfolg ebenso bei wie die individualisierende Charakterisierung der Personen, die Verwendung von Umgangssprache und Dialekt, schließlich das Lokalkolorit in der Schilderung von Ort (Königsberg, Danzig) und Zeit (um 1760). H. entwirft eine für jene Zeit ungewöhnlich moderne Frauenfigur.

Zeit- und Sachbezug: Einer der meistgelesenen Romane des 18. Jahrhunderts in Deutschland, der dem Verfasser auch den Namen "Sophien-Hermes" einbrachte. Im Stil seines Vorbilds Samuel Richardson gehalten und einige Momente des psycholgischen Romans vorwegnehmend, aufgrund seiner realitätsnahen Beschreibungen bis heute von kulturgeschichtlicher Bedeutung.

Überlieferung: In fünf Bänden erstmals 1770 bis 1772 in Leipzig anonym bei Junius erschienen. 6 Teile, 1776 u. 1778 (3. Auflage). Zahlreiche Raubdrucke und Übersetzungen, Neuausgabe Berlin 1992; 1779 veröffentlichte Hermes die Gedichte aus Sophiens Reise als Lieder und Arien gesondert in einem Band, der Komponist Johann Adam Hiller verfasste die Musik dazu.

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