Werk

Die Wupper

Epoche: Realismus; Expressionismus

Inhalt: Äußere Vorgänge dienen dem suggestiven Ausdruck innerer Zustände. Die locker gefügte Szenenfolge des Dramas verzichtet auf eine streng aufgebaute Konflikthandlung und konfrontiert stattdessen zwei sozialräumliche Sphären am dämonischen Fluss einer tristen Industriestadt im Tal der Wupper.

Überlieferung: 1909 erschienen, Uraufführung in Berlin 27. 4. 1919. Am Beispiel der Wupper und ihrem 'doppelten Blick' auf das zugleich realistische wie symbolisch transzendente Geschehen zeigt sich die Eigenständigkeit der Dramen Lasker-Schülers. Bei Erscheinen für einen verspäteten Nachzügler des Naturalismus gehalten, lässt sich das Stück mit seinen surrealen und symbolischen Elementen jedoch weder als naturalistisches noch, wie später zumeist, als expressionistisches Stück ganz erfassen. Nach dem zwiespältigen Echo bei Publikum und Kritik auf die Uraufführung und einer weiteren Inszenierung am Staatlichen Schauspielhaus Berlin 1927 gelangte das Stück erst 1958 in Köln wieder auf die Bühne, wo es - durch die lokale katholische Kirchenzeitung als 'amoralisch' diffamiert - einen Theaterskandal auslöste. Auch spätere Inszenierungen an deutschen Bühnen wurden selten Publikumserfolge; erschwerend auf die Rezeption wirkte sich bei Lasker-Schülers Stücken nicht selten ihr "Polyperspektivismus", die "Verschleierung" von Eindeutigkeit durch einen "doppelten Blick" auf das Geschehen aus (Parr 1988, 264 f.).

Zeit- und Sachbezug: Die Wupper, ein "Schauspiel in 5 Aufzügen", zeigt Lasker-Schülers "Kunst des elliptischen Erzählens" (Krumbholz 1994, 48), die entscheidende Ereignisse der Handlung mehr andeutet als darstellt.

Bezüge im Wissensnetz

Form des Werks und der Expression (1)

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Sprachencode (1)

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Erste Verfasserschaft (1)

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