Werk

Über die allmähliche Verfertigung der Gedanken beim Reden

Überlieferung: Sollte urpsürnlich in Cottas "Morgenblatt für gebildete Stände" erscheinen. Die postume (fehlerhafte) Veröffentlichung erfolgte jedoch erst 1878 in der Zeitschrift "Nord und Süd". Das Autograph sowie eine wortgenaue Kopie gelten als verschollen. Der Text stand rezeptionsgeschichtlich lange Zeit im Schatten der Abhandlung "Über das Marionettentheater". Inzwischen aber gilt er als Schlüsseltext für Kleists Sprach- und Dichtungsverständnis.

Inhalt: Der Essay exponiert zwei als "Hebammenkunst der Gedanken" apostrophierte Formen des Sprechens, mit denen grundlegend differierende Sprachauffassungen einhergehen. (Nämlich einerseits der Sprache als lautes Denken und andererseits ein Sprechen, dem ein gedanklicher Vollzug bereits vorausgegangen ist).

Zeit- und Sachbezug: Entstand während Kleists erster Lebens- und Schaffenskrise; vermutlich beeinflusst von Montaignes Essay "Du parler prompt ou tardif". Seine sprachskeptisch motivierte und gestaltungsorientierte Überlegungen sind für seine Dramen und Erzählungen essenziell.

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