Werk
Die mehreren Wehmüller und ungarischen Nationalgesichter
Epoche: Romantik
Zeit- und Sachbezug: Vermutlich um 1811/13 in Böhmen verfasst und nicht später als 1816 vollendet. Möglicherweise eine Verballhornung des Kürzels "W. Müller", womit der Dichter und Übersetzter Wilhelm Müller (1794-1827) gemeint sein könnte.
Überlieferung: Das handschriftliche Manuskript ist nicht überliefert. Die Erzählung erschien erstmals 1817 in der Zeitschrift "der Gesellschafter oder Blätter für Herz und Geist", der Zweitdruck erfolgte 1833 in Berlin (gemeisnam mit Eichendorffs "Viel Lärmen um Nichts"), die erste selbsständige Veröffentlichung erfolgte 1843. Marianne von Willemer inszenierte im Jahr 1841 eine Ballettszene nach Motiven der Erzählung.
Inhalt: Humoristische Verarbeitung des Doppelgängermotivs sowie positive Darstellung der Sinti und Roma als urpoetisches Volk. Enthält das von Brentanos Schwester geschriebene "Märchen vom Kater Mores" sowie 2 Binnenerzählungen: "Devilliers Erzählung von den Hexen auf dem Austerfelsen" und "Baciochi's Erzählung vom wilden Jäger". Erzählraum der Rahmenhandlung wird von einem Postkordon in Kroeatien bestimmt: Der reisende Porträtmaler Wehmüller hält 39 Nationalgesichter (Charakterstudien) bereit, die er seinen Kunden je nach Ähnlichkeit aussuchen lässt und gegen Aufpreis noch individuelle Merkmale einfügt. Die Tatsache, dass sich seine Frau als er selbst verkleidet und ein weiterer Maler mit seinem Namen unterwegs ist, erklärt die mehreren Wehmüller. Die 39 verweist auf die Anzahl der Mitglieder des Deutschen Bundes nach dem Wiener Kongress; Brentanos Ablehnung der Kleinstaaterei (mit jeweils eigenen Gesetzen und Uniformen) ist offensichtlich - ebenso seine Kritik an dielettantischen, gewerbetreibenden Künstlern.
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