Werk
Das bittere Leiden unsers Herrn Jesu Christi
Überlieferung: Der Passionsroman erschien 1833 in Regensburg, nachdem B. die Aufzeichnungen vielfach kombiniert und unter Verwendung diverser Quellen korrigiert und erweitert hatte. Bis 1842 erschienen sechs Auflagen mit insgesamt 18.000 Exemplaren. Der Gewinn der ersten sechs Auflagen floss an die von Apollonia Diepenbrock gegründete Regensburger St.-Josephs-Anstalt für Arme und Kranke. Das Buch wurde im Bereich der katholischen Erbauungsliteratur ein großer Erfolg, gerade auch bei frommen Bürgern und Bauern, blieb darüber hinaus jedoch bis ins 20. Jahrhundert der literarischen Welt fremd. In den USA bis heute eines der am meist gelesenen Bücher religiösen Inhaltes. Die Bemühungen um die Seligsprechung Emmericks scheiterte zunächst, da B.s Aufzeichnungen als nicht gesicherte Quellen betrachtet wurden; erst 2004 wurde sie von Papst Johannes Paul II seliggepsrochen
Zeit- und Sachbezug: In Brentanos religiösen Selbstfindungsphase geschrieben: zwischen 1818 und 1824 hielt sich Brentano in Dülmen auf, besuchte die stigmatisierte ehemalige Augustiner-Nonne Anna Katharina Emmerick regelmäßig und befragte sie zu ihren Visionen. In ihren letzten Lebensjahren suchte B. aus ihren Visionen verstärkt Aufschluss über das Leben und die Passion Christi zu erhalten, um den Bogen zu einem religiösen Weltepos zu schlagen, das legitimiert durch mystisches Erleben eine Interpretation der Bibel erlaubte.
Inhalt: Ursprünglich plante B. eine Trilogie der Lebensgeschichte Jesu Christi, jedoch veröffentlichte er vorerst nur die Passionsgeschichte. Diese enthält frei bearbeitete Aufzeichnungen der Visionen, mystischen Erfahrungen und biblischen Geschichten, die ihm die Nonne in einer Art Befragungssituation (Dülmener Tagebuch) erläuterte. Ab der zweiten Auflage enthielt das Werk eine kurze Biografie derselben. Als Anhänger der "Katholischen Bewegung" schrieb Brentano auch gegen die protestantische Regierung.