Werk
Wiltfeber der ewige Deutsche
Inhalt: Schilderung der letzten 24 Stunden des aus der Fremde heimgekehrten Martin Wiltfeber, der den politischen und moralischen Verfall seiner Zeit beklagt. Antimoderne, antiurbane und religiöse Sinnsuche des Protagonisten, der die lokale traditionelle Lebensart, Kunst und Kultur lobt. Mit Gleichgesinnten gründet er den "Bund der ewigen Deutschen". Auf Kulturpessimismus folgt die Hoffnung auf einer "Erlöser": so wird Wiltfebers Tod durch einen Blitzschlag als prophetischer Neubeginn Deutschlands gewertet. Völkisch-nationalistischer Roman mit bereits ausgeprägtem Führerkult und Hakenkreuzsymbolik.
Überlieferung: Wurde 1913 mit dem Kleist-Preis ausgezeichnet, übergeben von Walther Rathenau. Besonders positive Aufnahme durch die Jugendbewegung vor dem Ersten WK, sonst wenig beachtet. Seit der Weimarer Republik von der völkischen Publizistik aufgewertet. Im Dritten Reich erkannte Burte die Realisierung der im "Wiltfeber" artikulierten "Schauungen" und "Ahnungen" eines "Übermenschen". Gehörte zur Unterrichtslektüre in der "Völkischen Erwachsenenbildung". Im Umfeld der alemannischen Volkstumspflege und rechtsextremen Kreisen noch heute beliebt - von dort ausgehend Bemühungen um eine Rehabilitierung Burtes.
Zeit- und Sachbezug: Burte verarbeitete Nietzsches Idee des "Übermenschen". Teils antisemitische und fremdenfeindliche Bezüge.