Werk

Die Kindermörderin

Inhalt: Der junge Lieutnant von Gröningseck vergewaltigt die Tochter des Metzgers Evchen Humbrecht, verspricht ihr aber die Ehe, sobald er volljährig sei. Als sie ihre Schwangerschaft bemerkt, der Lieutnant ihr die Ehe verweigert und er sie obendrauf einem Kameraden überlassen will, flieht die werdende Mutter. Aus Scham und Verzweiflung ermordet sie ihr Kind und wird zum Tode verurteilt.

Im gleichen Jahr wie die "Kindermörderin", erschien auch W.s Übersetzung von L. S. Merciers Schrift "Du Théâtre ou Nouvel essai sur l'art dramatique" (1773; "Neuer Versuch über die Schauspielkunst", 1176); ein gegen den Klassizismus gerichtetes Plädoyer für ein alle Aspekte der sozialen Wirklichkeit einbeziehendes bürgerliches Theater.

Zeit- und Sachbezug: Wagners wichtigstes Werk. Es verdeutlicht auf gesellschaftskritische Art und Weise die Probleme der Ständetrennung zwischen Bürgertum und Adel und den Stand der Frau in der Gesellschaft zu dieser Zeit. Nicht zuletzt soll das Werk das Problem des Kindermordes im 18. Jahrhundert und dessen harte Bestrafung ansprechen.

Überlieferung: Erstausgabe Leipzig 1776; Uraufführung Juli 1777 Preßburg, Wahrische Truppe; Bearbeitung durch Karl Lessing, Berlin 1777. Neubearbeitung durch Wagner u.d.T. "Evchen Humbrecht oder Ihr Mütter merkt's Euch!" (ohne den Kindsmord), Frankfurt 1779; Aufführung 04.09.1779 Frankfurt, Seylersche Truppe.

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