Werk

Geschichte des Fräuleins von Sternheim

Inhalt: Briefroman in zwei Teilen enthält die Briefe mehrerer Personen; die meisten richtet Sophie von Sternheim an ihre Freundin Emilia. Enthält teilweise autobiografische Züge.

Zeit- und Sachbezug: Eingeleitet wurde der Briefroman durch Christoph Martin Wieland. Sophie von La Roche konnte sich ihr Leben lang nur schwer von der Autorität des Herausgebers und seiner Lesarten emanzipieren. Der bekannte Autor Wieland besetzte und behielt die Funktion des Kunstrichters. Das hatte, wohl auch aus Sicht der Autorin, seine Berechtigung, da sie – vornehmlich französisch sprechend und schreibend – auf seine orthographischen und grammatikalischen Korrekturen bis hin zu inhaltlichen Vorschlägen angewiesen war. Insofern konstituierten sich über ihren Eintritt in die Literatur die Merkmale des literatursoziologischen Paradigmas Autor/Autorin im 18. Jahrhundert. Aufschlussreich sind die Strategien, die La Roche anwendete, um sich aus dieser Begrenzung zu lösen: Sie setzte in empfindsamer Sprache einen neuen literarischen Schwerpunkt, der zwar Vorbilder im englischen Sprachraum hatte, im deutschen aber erst ausgebildet werden musste. Das Werk gilt als der erste deutsche Frauenroman.

Epoche: Empfingsamkeit

Überlieferung: 1771 von C. M. Wieland erstmalig herausgegeben; Nachdrucke: 1772 in der "Bibliothek für den guten Geschmack", 1776 bei Georg Fleischhauer in Reutlingen, der den Roman als Werk Wielands in die viel gelesene "Sammlung der poetischen und prosaischen Schriften der schönen Geister in Deutschland. Enthaltend Wielands Schriften: Geschichte [...]" aufnahm. 1773 erschien die erste französische Übersetzung, 1776 wurde der Roman ins Englische übertragen, möglicherweise war die erste Übersetzung überhaupt eine holländische von 1772 oder 1774 (vgl. Vorderstemann) herausgegebener Briefroman.

Bezüge im Wissensnetz

Form des Werks und der Expression (1)

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Sprachencode (1)

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Erste Verfasserschaft (1)

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