Werk

Bebuquin

Inhalt: Die beiden Protagonisten Bebuquin und der aus eigener Überzeugung Tote Nebukadnezar Böhm, der sein Gehirn in Silber gefasst hat, deklamieren oder schreien zahlreiche philosophisch anmutende Thesen. Sie erscheinen als extreme Typen des expressionistischen Theaters, als Schallkörper eines geistigen Prozesses, der die Realitätsebene aufhebt und aus der objektiven epischen Haltung ständig in geballte lyrisch-dramatische Mischformen, in Monologe, in Dialoge, in liturgische und parodistische Formen, in surreale Bildzeilen und freie Montage ausbricht. Weltverlust und Abkehr von der Wirklichkeit, Ablehnung der klassischen Ontologie und des Kunstgesetzes der Mimesis sowie die Bedrohung subjektiver Formgebung durch die Absurdität des Todes sind Leitthemen.

Überlieferung: Die ersten vier Kapitel wurden 1907 unter dem Titel "Herr Giorgio Bebuquin" in "Die Opale" abgedruckt; 1912 wurde der gesamte Text unter gleichem Titel in der Wochenschrift "Die Aktion" veröffentlicht. 1917 erschien eine gekürzte Version unter dem kürzeren Titel "Bebuquin".

Zeit- und Sachbezug: Die Zerrissenheit und Unklarheiten von Handlung und Figuren erschweren eine genaue Gattungseinordnung. Vorläufer des Dadaismus.

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