Werk
Carmina Cantabrigiensia
Zeit- und Sachbezug: Mittellateinische und mainfränkische Liedersammlung verschiedener Verfasser. - Inhalt: Die älteste und nach den "Carmina Burana" wichtigste Lyrikanthologie des lateinischen Mittelalters ist nach der englischen Universitätsstadt benannt, weil sie in einem Codex überliefert ist der seit etwa 1700 in der dortigen Universitätsbibliothek aufbewahrt wird. Die 49 Texte, darunter zwei lateinisch-deutsche Stücke, stammen mit wenigen Ausnahmen aus dem 10. und 11. Jh. - Überlieferung: Die Sammlung wurde im 11. Jh. im Kloster St. Augustine in Canterbury erstellt; eine zugrunde liegende ‚Ursammlung‘, im deutschen Rheinland um 1050 entstanden (Bezüge zu Mainz, Köln und Trier), enthielt die Kernstücke (u. a. die Sequenzen Nr. 2 bis 15 und Totenklagen bzw. Preisgedichte auf die deutschen Herrscher der Jahre 950 bis 1050, vor allem Otto den Großen, Heinrich II., Konrad II. und Heinrich III.).