Werk

Julius von Tarent

Epoche: Sturm und Drang

Inhalt: Das Trauerspiel greift den den historischen Stoff – die Geschichte des Florentiner Großherzogs Cosimo I. de' Medici und seiner Söhne Johann und Garsias -, die dem zweiten Band der "Historiae sui temporis" (1604–1608) von J.-A. de Thou entnommen wurde, ganz frei auf.

Überlieferung: Das Drama in fünf Akten erschien 1776 und wurde in Berlin am 19. Juni desselben Jahres durch Schauspieler der Döbbelinschen Gesellschaft uraufgeführt. Das schon 1774 verfasste Stück wurde vom Autor, der Mitglied des Göttinger Hains war, anlässlich eines von F. L. Schröder am 28. Februar 1775 für das Hamburger Theater ausgeschriebenen Dramenwettbewerbs zum Thema "Ein Brudermord" umgeschrieben (der Gewinner war Klingers "Die Zwillinge").

Zeit- und Sachbezug: Das Stück wurde von zeitgenössische philosophische Strömungen geprägt, vor allem Rousseaus "Nouvelle Héloïse" (1761). Dramaturgisch knüpft Leisewitz vor allem an Lessings "Emilia Galotti" (1772) an und wirkte nachhaltig noch auf Schillers "Die Braut von Messina oder Die feindlichen Brüder" (1803). Das anonym erschienene Schauspiel wurde eines der beliebtesten Repertoirestücke der Zeit.

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