Werk
Lebens-Ansichten des Katers Murr nebst fragmentarischer Biographie des Kapellmeisters Johannes Kreisler in zufälligen Makulaturblättern
Inhalt: Der Roman verschränkt in romantischer Ironie die Autobiographie eines Katers mit der Biographie des "extravaganten" Musikers Johannes Kreislers, den man bereits aus Hoffmanns Fantasiestücken kennt. Kater Murr erzählt in Anlehnung an Goethes Wilhelm Meisters Lehrjahre, "wie man sich zum großen Kater bildet".
Überlieferung: 1820-1822 in zwei Bänden erschienen (auf der Titelseite des Bands 1 der Erstausgabe steht das Erscheinungsjahr 1820, laut Kindler ist dieser aber bereits 1819 erschienen; auf der Titelseite des Bands 2 der Erstausgabe steht das Erscheinungsjahr 1822, laut Kindler ist dieser aber bereits 1821 erschienen), ein dritter Band war geplant.
Zeit- und Sachbezug: Anregung zur zufälligen Biografie innerhalb der Biografie durch Jean Paul. Mit seinem schriftstellernden, wie ein Mensch sprechenden und agierenden Kater setzt Hoffmann die Tradition der Tierdichtung fort, wie sie ihm seit den Fabeln von Äsop und den mittelalterlichen tierbîspeln bis hin zu La Fontaine bekannt war. Bezüge zu "Der gestiefelte Kater" (1797 von Ludwig Tieck, 1812 von den Brüdern Grimm). Der Roman entspricht in seiner Reflexion des Schreibprozesses, der Entstehung und Rezeption von Literatur überhaupt Friedrich Schlegels programmatischer Idee einer sich selbst reflektierenden „Poesie der Poesie“. Hoffmann besaß einen Kater namens Murr.