Bücherei des Rittergutes Rüben

Der in der Mitte des 14. Jahrhunderts zuerst erwähnte Herrensitz Rüben hatte viele Besitzer. Es folgten aufeinander Paul von Gronow (bis 1533), Georg von Haugwitz (1534-1574), Jost Brand und Nachkommen, Otto Heinrich von Friesen (bis 1720), die Familie von Osterhausen, die Familie von Dieskau (bis 1749), ein Herr von Boeltzig, Peter Richter ab 1769 und seine Erben, dann ab 1827 Johannes Christian Degener, von dem es an den Schwiegersohn Brandstetter kam. Die Nachkommen kombinierten die Namen zu "Brandstetter gen. Degener" und besaßen das Rittergut bis nach 1925. Das Rittergut Rüben gibt es nicht mehr: Es wurde 1955-1957 für den Braunkohle-Tagebau plattgemacht. Wo es einst war, wurde im Tagebau Espenhain Braunkohle gebaggert. Mittlerweile ist die Fläche ein rekultiviertes Areal am südöstlichen Rand des Rückhaltebeckens Stöhna. Das Aussehen des Herrenhauses des Rittergutes Rüben ist durch einen kolorierten Stich im Werk von G. A. Poenicke (Hrsg.) "Album der Rittergüter und Schlösser im Königreiche Sachsen, I. Section: Leipziger Kreis" überliefert: zweigeschossig, sieben Fensterachsen, Mansarddach, dreiachsiger Mittelrisalit. Um 1905 gab es im Herrensitz eine Bücherei. 1945 wurde das Gut im Zuge der Bodenreform enteignet.

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