Person
Klassen, Johann
1907–1947
Johann arbeitet nach seinem Medizinstudium in Molotschansk. Vor Beginn des Krieges steigt er zum Oberarzt auf. Zeitgleich arbeitet er für den sowjetischen Geheimdienst als Informant unter dem Decknamen „Dyck”. Auf Befehl des Volkskommissariats für innere Angelegenheiten bleibt er während der deutschen Besatzung in Molotschansk. Von dort aus soll er unter anderem Kontakt zu Prof. Benjamin Unruh herstellen. Das gelingt ihm jedoch erst im Warthegau 1944. Zwischen 1941 und 1943 beteiligt er sich an den Verbrechen der Nationalsozialisten. Er liefert jüdische Patienten an Erschießungskommandos aus. Außerdem beteiligt er sich an der Selektion von nicht arbeitsfähigen Kindern und alten Menschen in den Behindertenheimen des Dorfes Orlovo. Als Folge seiner Untersuchung werden etwa 100 Personen ermordet. Johann setzt sich dafür ein, nicht deutsches Medizinpersonal in Molotschansk zu entlassen. 1943 flüchtet er zusammen mit anderen Mitarbeitern des Krankenhauses. 1944 nimmt er die deutsche Staatsbürgerschaft an. 1945 stellt er sich in Mecklenburg dem Militär als ehemaliger NKWOD-Informant. Ein Militärtribunal in Saporoschje verurteilt ihn zum Tod durch Erschießen. Am 17. Januar 1947 wird er hingerichtet.
Bezüge im Wissensnetz
Sterbeort (1)
GND-PersonenBevorzugte Namensentität der Person (1)
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Beruf oder Tätigkeit (1)
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