Kirchhügel Bendern
Im Süden auf der äussersten Spitze des Eschnerbergs liegt weit sichtbar der Kirchhügel Bendern mit der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt, dem Pfarrhaus und dem Pfarrstall. Archäologische Ausgrabungen förderten 1969–77 im Bereich der Kirche und des Kirchhügels mehrere Vorgängerbauten sowie reiches Fundmaterial zutage. Umgelagerte prähistorische Keramik stammt aus der Mittel- und Spätbronzezeit. Im 6./7. Jahrhundert errichtete man an der äussersten Kante des Hügels eine mehrteilige Hofanlage auf einer Fläche von ca. 30 × 25 m und erweiterte sie in einer zweiten Bauphase um einen turmähnlichen Anbau im Südosten. Aufgrund späterer urkundlichen Erwähnungen dürfte es sich dabei um eine frühmittelalterliche curtis gehandelt haben. Mit der ersten Kirche wurde vermutlich im 8. oder 9. Jahrhundert das Areal neu konzipiert. Mittelalterliches und frühneuzeitliches Fundmaterial belegt eine kontinuierliche Besiedlung seit dem 9. Jahrhundert. Die heutige umfriedete Einheit von Kirche, Pfarrhaus und Pfarrstall geht frühestens auf das 15. oder 16. Jahrhundert zurück. Ein im 16. Jahrhundert errichtetes Gebäude wird wahrscheinlich 1636 erstmals urkundlich als Pfarrhaus erwähnt. Es wurde Ende 16. Jahrhundert, um 1633/44 sowie im 18. und 19. Jahrhundert renoviert oder umgebaut und um 1875 zum Pfarrstall umfunktioniert. Nach einem Umbau 1995–97 beherbergt der alte Pfarrstall seit 1997 das Liechtenstein-Institut. Das heutige Pfarrhaus («Statthalterei») war um 1532 fertiggestellt. Zur Zeit der Reformation diente es den aus Chur geflüchteten Prämonstratensern des Klosters Sankt Luzi bis um 1636 als Hauptsitz. Quelle: https://historisches-lexikon.li/Bendern_(Kirchh%C3%BCgel)?marker=Kirchh%C3%BCgel++Bendern [gesehen am 17.03.2021]