Seifersdorfer Bibliothek

Hans Moritz von Brühl baute gemeinsam mit seiner Frau Tina das Schloss aus und gründete 1775 eine Bibliothek, die von ihrem einzigen Sohn Karl weiter gepflegt wurde. Um 1900 umfasste die Bibliothek einen Bestand von ca. 5.000 Bänden aus der Zeit von 1700 bis 1830. Bevorzugtes Fachgebiet war deutsche Literatur, daneben wurden Geschichte, Staatswissenschaften, Militaria, Theologica, alte Landkarten u. a. gesammelt. Durch die Beziehungen der Familie zum Weimarischen Hof und zum dortigen Dichterkreis ergab sich ein wertvoller Briefwechsel mit bedeutenden Persönlichkeiten. Vor allem zwischen Wieland und Tina von Brühl fand ein lebhafter Briefaustausch statt, aber auch Goethe, Herder und Schiller schrieben Briefe nach Seifersdorf, die im Schlossarchiv aufbewahrt worden waren. Im Rahmen der sogenannten Schlossbergung übernahm die Sächsische Landesbibliothek 1948 aus dem Buchbergungslager neben 5.000 Büchern, 20 Kassetten mit Handschriften von Fürsten, Gelehrten, Staatsmännern und Künstlern, die die Familie von Brühl betrafen. Die Briefe von Goethe und Schiller allerdings waren nicht darunter. Urkunden, Genealogisches, Siegelbruchstücke u.Ä. leitete die SLB 1952 an das Staatsarchiv weiter. Die originalen Goethebriefe und das Bänkelsängerlied, die „Seifersdorfer Goetheana“ befinden sich seit 1946 im Goethe-Schiller-Archiv Weimar.

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