Gemeinschaftliches Konsistorium für den altpfedelbachischen Landesanfall
Das gemeinschaftliche Konsistorium war für die Besitzungen der Linien Hohenlohe-Schillingsfürst, Hohenlohe-Bartenstein und Hohenlohe-Bartenstein-Pfedelbach im ehemaligen hohenlohe-pfedelbachischen Gebiet zuständig. Es wurde vom letzten protestantischen Regenten der Herrschaft Hohenlohe-Pfedelbach, Graf Ludwig Gottfried, gegen Ende seiner Herrschaft (1728) als Schutz für die protestantische Konfession seiner Untertanen gegründet, als die Erbfolge seiner katholischen nächsten Verwandten erkennbar wurde. Es wurde von allen Linien, auch den weiterhin evangelischen Linien de Hauses Hohenlohe, gemeinsam verwaltet. Die Behörde wirkte damit u.a. in der Zeit des Osterstreites, als Hohenlohe-Schillingsfürst und Hohenlohe-Bartenstein den Katholizismus in ihren Herrschaften entschieden förderten. Unter den katholischen Regenten wurde der Einfluss des Konsistoriums weitgehend zurückgedrängt. Akten zu Konsistorialia finden sich zunehmend in der Regierung der Herrschaft Schillingsfürst und im später entstehenden Kabinett des katholisch engagierten Fürsten Karl Albrecht I. Das Konsistorium war mit weltlichen und geistlichen Konsistorialen besetzt. Unter Ludwig Gottfried sollten die geistlichen Vertreter zahlenmäßig dominieren. Die katholischen Fürsten in Schillingsfürst und Bartenstein drehten später das Zahlenverhältnis zugunsten der weltlichen Vertreter um. Das gemeinschaftliche Konsistorium bestand sicher schon 1725 (Hohenlohe-Zentralarchiv Neuenstein HZAN Wa 30 Bü 15, Abhaltung der jährlichen Synode des Gemeinschaftlichen Konsistoriums, 1725ff). Der Sitz war Öhringen. Der "Hochfürstlich Hohenlohische Hof- und Adreßkalender" von 1801 nennt immerhin noch das gemeinschaftliche Konsistorium für den altpfedelbachischen Landesteil mitsamt seinen Beamten. Er bestätigt dessen Bestehen somit noch kurz vor der Mediatisierung. Im Bereich der Hauptlinie Hohenlohe-Waldenburg, gab es außerdem das Konsistorium der Herrschaft Hohenlohe-Waldenburg-Waldenburg (1679 ausgestorben) und das der Herrschaft Hohenlohe-Pfedelbach (1728 ausgestorben)