Werk

Der erste Beernhäuter

Epoche: Barock

Zeit- und Sachbezug: Vor Grimmelshausens Version steht das Märchenmotiv lediglich in Verbindung mit dem Teufel; erst mit seinem Werk wird das Bärenfell zur titelgebenden Requisite, auf die sich auch spätere Varianten beziehen. – Inhalt: Unter dem Pseudonym Illiteratus Ignorantius Idiota - also als gelehrter Unwissender - beschreibt Grimmelshausen die Enstehungsgeschichte des Bärenhäuters in Prosa. Der Begriff verbindet hier die Beschreibung eines Faulpelzes, eines aus der Schlacht entkommenen Soldaten und eines Vagabunden: Ein Landsknecht muss sieben Jahre lang das Fell eines erlegten Bären tragen, wird nach Ablauf der Frist schließlich erlöst und bekommt obendrein eine Braut. Der Stoff ist historisch angesiedelt und als ikonische Mythe wiedergegeben. Der Autor idealisiert in der Gestalt des abgedankten Landsknechts den Soldaten per se. – Überlieferung: Vor allem in der Romantik entstanden diverse Varianten der Bärenhäuter-Geschichte, so von Arnim, Brentano, Jacob und Wilhelm Grimm, Ludwig Bechstein sowie Justinus Kerner. Ferner existieren zahlreiche Vertonungen und Bearbeitungen für die Bühne, die sich sowohl auf Grimmelshausens als auch Grimms Märchenvariante beziehen.

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