Schlossbibliothek Schleinitz
Verdienste um die Bibliothek hat sich insbesondere Joachim Dietrich von Bose erworben, aber auch sein Sohn Carl Gottlob. Ende 17./Anfang 18. Jh. wurden die auf das Rittergut verbrachten Bücher im Gartenhaus bzw. im Wohnhaus (Bibliothekszimmer) aufgestellt. Joachim Dietrich von Bose erwarb die aus dem 17. Jh. stammende Bibliothek Nikolaus Gebhards von Miltitz (1597–1635) – vermutlich von seinem Schwiegervater, Heinrich Gebhard von Miltitz (1633–1688), dessen Initialen sich häufig in den Bänden finden, auch soll er eine weitere Bibliothek erworben haben. Dietrich bestimmte die Bibliothek als Fideikommiss. Johann Friedrich Ursinus, zu jener Zeit Pfarrer auf Beicha, ordnete und verwaltete die Bibliothek. Gemeinsam mit J. G. Horn erarbeitete Ursinus einen Katalog. Der Bibliotheksbestand betrug 1784 bei der Zählung 5.939 Werke, zur Mitte des 19. Jahrhunderts nach Petzholdts Schätzung etwa 4.000 Bände, darunter auch Handschriften. Stark vernachlässigt wurde die Bibliothek unter dem letzten Besitzer aus der Familie von Zehmen, Hans Dietrich. Mit der Inbesitznahme der Familie von Friesen war die „wertvolle Bibliothek aus dem Gartenhause in das eigentliche Schloß verlegt und in gewissem Maße auch der Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden.“